Ein professioneller Onepager kostet beim Webdesigner je nach Umfang zwischen rund 900 und 2.500 €, eine mehrseitige Unternehmensseite schnell das Doppelte. Für jemanden, der gerade in die Selbstständigkeit gestartet ist oder nebenberuflich aufbaut, ist das kein Nebenposten – das ist oft ein kompletter Monatsumsatz. Genau hier setzt das Mietmodell an. Aber lohnt sich Website mieten für Selbstständige wirklich, oder zahlt man am Ende nur länger für dasselbe?
Die Kurzantwort: Für Selbstständige spricht vor allem fünferlei für die Miete: Das Kapital bleibt im Geschäft statt in einer einmaligen Rechnung, die monatliche Rate ist in der Regel sofort als Betriebsausgabe abziehbar statt über Jahre abgeschrieben, Hosting, Wartung, Updates und Rechtstexte laufen über einen Vertrag statt über fünf, die Seite bleibt gepflegt statt langsam zu veralten, und der Start ist ohne Anzahlung planbar. Rechnerisch dreht sich das Bild erst, wenn du eine Website über sehr viele Jahre nahezu unverändert betreiben willst und das Kapital dafür ohnehin frei hast.
Warum sich die Frage für Selbstständige anders stellt
Ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern trifft diese Entscheidung im Budget. Ein Selbstständiger trifft sie aus der eigenen Tasche – und das macht einen Unterschied, den die meisten Webdesign-Angebote ignorieren.
Die Größenordnung: Laut Statistischem Bundesamt gab es 2025 in Deutschland rund 3,7 Millionen Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehöriger – etwa ein Prozent weniger als im Vorjahr. Rund die Hälfte davon arbeitet nach Zahlen des IfM Bonn ganz ohne Beschäftigte, ist also soloselbstständig. Gleichzeitig zieht die Gründungstätigkeit wieder an: Der KfW-Gründungsmonitor 2026 zählt für 2025 rund 690.000 Existenzgründungen, ein Plus von etwa 18 Prozent. Rund 483.000 davon – gut 70 Prozent – entfielen auf den Nebenerwerb.
Das typische Profil dahinter ist damit ziemlich klar umrissen: eine Person, ein begrenztes Startbudget, keine IT-Abteilung, häufig parallel zu einem Hauptjob. Und daraus ergeben sich fünf sehr konkrete Gründe.
Die Liquidität bleibt im Geschäft
Das ist der offensichtlichste Punkt – und trotzdem der wichtigste. Eine Website ist nicht das Werkzeug, mit dem du dein Geld verdienst. Sie ist der Kanal, über den Kunden dich finden. Wenn 1.500 € auf einen Schlag in diesen Kanal fließen, fehlen sie beim Material, beim Werkzeug, beim Warenlager oder schlicht als Puffer für die ersten Monate ohne verlässlichen Umsatz.
Bei einer Miete ab 49 € im Monat bleibt der Löwenanteil dieses Geldes zunächst da, wo es arbeiten kann. Du zahlst die Website aus dem laufenden Geschäft statt aus der Rücklage – und wenn im dritten Monat der erste größere Auftrag kommt, hast du den Spielraum, ihn auch vorzufinanzieren.
Wie sich Kauf und Miete über drei bis fünf Jahre tatsächlich zueinander verhalten, habe ich im Artikel Was kostet eine Website wirklich? mit einem konkreten Rechenbeispiel durchgerechnet.
Steuerlich meist sofort abziehbar statt über Jahre verteilt
Dieser Punkt taucht in kaum einem Webdesign-Angebot auf, ist für Selbstständige aber bares Geld – oder zumindest ein früherer Steuervorteil.
Lässt du eine Website im Rahmen eines Werkvertrags von einem Dienstleister erstellen und nimmst sie ab, erwirbst du steuerlich ein immaterielles Wirtschaftsgut des Anlagevermögens. Die Kosten sind dann aktivierungspflichtig und werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Eine eigene Vorgabe dafür gibt es in den AfA-Tabellen nicht – in der Praxis wird die Nutzungsdauer in Anlehnung an Software mit drei Jahren angesetzt. Aus 1.800 € Anschaffungskosten werden so drei Jahre lang je 600 € Aufwand statt einmal 1.800 €.
Die Domain ist ein Fall für sich: Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass ein Domainname nicht abnutzbar ist (BFH, Urteil vom 19.10.2006, III R 6/05). Gekaufte Domains werden also aktiviert und wirken sich steuerlich erst aus, wenn du sie veräußerst oder den Betrieb aufgibst.
Mietest du dagegen, zahlst du eine laufende Nutzungsgebühr. Diese ist regelmäßig im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Betriebsausgabe abziehbar – ohne Anlageverzeichnis, ohne AfA-Rechnerei, ohne Diskussion über die Nutzungsdauer. Für alle, die ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung selbst machen, ist das nebenbei auch schlicht weniger Arbeit.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Steuerberatung. Die konkrete Behandlung hängt unter anderem von der Vertragsgestaltung ab – ob Werkvertrag, Dienstvertrag oder Mietverhältnis. Sprich den Punkt einmal mit deinem Steuerberater durch, es lohnt sich.
Ein Vertrag statt fünf Rechnungen
Wer eine Website kauft, kauft in Wahrheit nur den Bau. Danach beginnt der Betrieb – und der besteht aus Posten, die einzeln klein wirken und in Summe Zeit und Nerven kosten:
- Hosting und SSL-Zertifikat
- Domainverwaltung und -verlängerung
- WordPress-, Theme- und Plugin-Updates, regelmäßig und zeitnah
- Backups, die im Ernstfall auch wirklich funktionieren
- Aktualisierung von Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner
- Kleine inhaltliche Änderungen: neue Leistung, neue Öffnungszeiten, neue Preise
Beim Mietmodell steckt das alles in einer monatlichen Rate und einem Ansprechpartner. Für einen Solo-Selbstständigen ist das kein Komfort-Argument, sondern ein Zeitargument: Jede Stunde, die du nicht mit Plugin-Updates verbringst, ist eine Stunde für zahlende Arbeit. Welche Bausteine dabei enthalten sein sollten, habe ich im Beitrag Was steckt im Preis wirklich drin? im Detail aufgeschlüsselt.
Die Seite bleibt aktuell – genau daran scheitern die meisten
Der Wettbewerb läuft heute nicht mehr zwischen „mit Website" und „ohne Website", sondern zwischen gepflegt und veraltet. Die Bitkom-Studie zur Digitalisierung des Handwerks (Befragung von 504 Betrieben im Jahr 2025) zeigt, wie normal digitale Präsenz inzwischen ist: 88 Prozent der Betriebe sind in Online-Verzeichnissen wie Google eingetragen, 56 Prozent nutzen Social Media, und 85 Prozent bieten mindestens einen digitalen Service an – vom digitalen Angebot bis zur Online-Terminbuchung.
Gleichzeitig ist die Geduld auf Kundenseite gering. Nach den Daten von BrightLocal (Consumer Search Behavior 2026) sehen sich 72 Prozent der Suchenden drei oder weniger Anbieter an, bevor sie sich entscheiden, und 73 Prozent der lokalen Suchen starten auf dem Smartphone. Eine Seite, die auf dem Handy zerfällt oder Preise von vorletztem Jahr zeigt, ist damit nicht neutral – sie kostet aktiv Anfragen.
Dazu kommt eine Entwicklung, die 2026 nicht mehr zu ignorieren ist: Laut BrightLocals Local Consumer Review Survey 2026 haben 45 Prozent der Verbraucher ChatGPT oder ähnliche KI-Werkzeuge genutzt, um lokale Anbieter zu finden – Anfang 2025 waren es noch 6 Prozent. Was diese Systeme über dich ausspielen, hängt daran, wie aktuell, strukturiert und eindeutig deine Angaben im Netz sind. Eine Seite, die niemand mehr anfasst, veraltet in diesem Umfeld deutlich schneller als früher.
Beim Mietmodell ist Pflege Teil des Vertrags. Das ist der eigentliche Unterschied – nicht die Zahlungsweise.
Schneller Start, planbares Risiko
Wenn gut 70 Prozent aller Gründungen im Nebenerwerb starten, heißt das auch: Sehr viele Menschen testen erst einmal, ob ihr Geschäftsmodell trägt. In dieser Phase ist eine vierstellige Einmalinvestition in eine Website ein schlechtes Verhältnis von Einsatz zu Erkenntnis.
Mit einer gemieteten Website bist du bei mir in der Regel innerhalb von sieben Tagen online, ohne Anzahlung und ohne Einrichtungsgebühr. Die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate, danach läuft der Vertrag monatlich weiter. Das ist ein überschaubarer, planbarer Einsatz – und er reicht völlig aus, um herauszufinden, ob über die Website tatsächlich Anfragen kommen. Alle Pakete findest du auf der Seite Website mieten.
Kauf und Miete aus Sicht eines Selbstständigen
| Kriterium | Website kaufen | Website mieten |
|---|---|---|
| Startkosten | ca. 900–2.500 € (Onepager) | 0 € Anzahlung |
| Laufende Kosten | Hosting, Wartung, Updates separat | ab 49 €/Monat, alles enthalten |
| Steuerliche Wirkung | in der Regel aktivieren, lineare AfA (Praxis: 3 Jahre) | laufende Betriebsausgabe, sofort abziehbar |
| Updates & Backups | Eigenverantwortung oder Zusatzvertrag | im Preis enthalten |
| Rechtstexte pflegen | selbst organisieren | wird mitgeführt |
| Haftung als Betreiber | bei dir | bei dir |
| Bei Geschäftsaufgabe | Investition ist versenkt | Kündigung nach Mindestlaufzeit |
| Nach vielen Jahren | günstiger, wenn die Seite unverändert bleibt | teurer, dafür durchgehend aktuell |
Wann sich die Miete für dich nicht lohnt
Die ehrliche Gegenrechnung gehört dazu, sonst ist der Artikel Werbung statt Beratung. In diesen Fällen würde ich dir vom Mietmodell abraten:
- Du hast das Kapital und einen sehr stabilen Auftritt. Wenn die Seite fünf Jahre lang nahezu unverändert laufen soll und du Wartung selbst übernimmst, ist Kaufen auf lange Sicht günstiger.
- Du brauchst individuelle Funktionen. Buchungssysteme, Shops mit Warenwirtschaftsanbindung oder Kundenportale sind Projektgeschäft, kein Mietprodukt.
- Die Website soll ein verkäuflicher Vermögenswert sein. Wer perspektivisch das gesamte Geschäft inklusive Online-Auftritt verkaufen will, sollte alles im Eigentum haben.
- Du machst Technik gerne selbst. Wenn dir Updates und Hosting Spaß machen statt Zeit zu rauben, zahlst du bei der Miete für etwas, das du ohnehin erledigst.
Den kompletten Abwägungsrahmen mit allen Argumenten in beide Richtungen findest du im Ratgeber Website mieten statt kaufen.
Worauf du im Mietvertrag achten solltest
Ein Mietmodell ist nur so gut wie seine Ausstiegsklauseln. Diese fünf Punkte solltest du vor Unterschrift schriftlich haben:
- Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit klar benannt, danach monatlich kündbar – keine automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr.
- Domain: Sie läuft auf dich oder wird auf Wunsch jederzeit auf dich umgezogen. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt.
- Deine Inhalte bleiben deine: Texte, Bilder und Logos gehören dir, auch nach Vertragsende.
- Kaufoption: Ob und zu welchen Konditionen du die Seite später übernehmen kannst.
- Datenschutz: Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und ein klar benannter Serverstandort. Warum das gerade bei sehr günstigen Angeboten relevant ist, habe ich im Beitrag Lokaler Anbieter oder Agentur aus dem Ausland? beschrieben.
Speziell für Gründerinnen und Gründer, die noch ganz am Anfang stehen, gibt es außerdem den Beitrag Homepage mieten für Existenzgründer mit den Punkten rund um Gewerbeanmeldung, Rechtstexten und dem ersten Google-Eintrag.
Häufige Fragen zum Website mieten für Selbstständige
Lohnt sich eine gemietete Website auch im Nebenerwerb?
Gerade dann. Im Nebenerwerb ist meistens unklar, wie sich das Geschäft entwickelt – eine vierstellige Einmalinvestition steht dazu in keinem guten Verhältnis. Mit einer monatlichen Rate testest du für überschaubares Geld, ob über die Website tatsächlich Anfragen kommen, und kannst nach der Mindestlaufzeit entscheiden, ob du ausbaust oder aussteigst.
Kann ich die monatliche Miete steuerlich absetzen?
Laufende Nutzungsgebühren für eine betrieblich genutzte Website sind in der Regel im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Betriebsausgabe abziehbar. Anders als bei einer gekauften Website entfällt damit die Aktivierung im Anlagevermögen und die Abschreibung über mehrere Jahre. Die konkrete Einordnung hängt von der Vertragsgestaltung ab – kläre das einmal kurz mit deinem Steuerberater.
Was passiert mit meiner Website, wenn ich die Selbstständigkeit aufgebe?
Nach Ablauf der Mindestlaufzeit kündigst du monatlich, danach endet der Vertrag und die Seite geht offline. Deine Inhalte bekommst du als Export, die Domain wird auf Wunsch auf dich übertragen oder freigegeben. Anders als beim Kauf bleibt keine bezahlte, aber nutzlose Investition zurück.
Gehört mir die Domain bei einer gemieteten Website?
Bei mir ja – die Domain kann jederzeit auf dich übertragen werden, und deine Inhalte bleiben ohnehin deine. Achte bei anderen Anbietern genau auf diesen Punkt: Wenn die Domain dauerhaft beim Anbieter liegt und ein Umzug ausgeschlossen ist, verlierst du bei einem Wechsel deine gesamte aufgebaute Sichtbarkeit bei Google.
Ab wann ist Kaufen günstiger als Mieten?
Das hängt davon ab, was du beim Kauf noch dazurechnest. Vergleicht man nur den reinen Bau, liegt der Kipppunkt je nach Paket bei etwa drei bis vier Jahren. Rechnet man Hosting, Wartungsvertrag, Updates und gelegentliche Änderungen ehrlich mit, verschiebt er sich deutlich nach hinten. Das komplette Rechenbeispiel steht im Artikel zu den Kosten.
Website mieten – ab 49 € im Monat, ohne Anzahlung
Hosting, Wartung, Updates und Rechtstexte inklusive. In sieben Tagen online, fester Ansprechpartner aus Berlin, keine Einrichtungsgebühr bei Online-Anfrage.
Pakete ansehenQuellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Erwerbstätigenzahl im Jahr 2025 fast unverändert, Pressemitteilung Nr. 001 vom 02.01.2026
- Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Selbstständige – Anteil der Soloselbstständigen (Mikrozensus)
- KfW Research: KfW-Gründungsmonitor 2026, Mai 2026
- Bitkom Research: Digitalisierung des Handwerks, Studienbericht 2026 (Befragung von 504 Betrieben, 2025)
- BrightLocal: Consumer Search Behavior 2026 und Local Consumer Review Survey 2026
- BFH, Urteil vom 19.10.2006, III R 6/05 (Domainname als nicht abnutzbares Wirtschaftsgut); § 5 Abs. 2 EStG, § 248 Abs. 2 HGB, § 7 Abs. 1 EStG





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